27.08.16

Frau van Zadel und Frau Linke am Tag der offenen Tür des Theater Bremen am Infostand der Volksbühne Bremen e. V.

Vorstellung der neuen Spielzeit 2016 / 2017

Intendant Michael Börgerding im Gespräch mit Waltraut Linke
Vorstellung der neuen Spielzeit im Foyer
Caroline Blank beim Klönschnack im Gespräch mit Holger Kohlmann

Klönschnack am 6.3.2016

"Sie hat alle Fäden in der Hand“

Eine wichtige Mitarbeiterin der Opernproduktionen am Theater Bremen, die man kaum sieht, ohne die aber nichts läuft, ist die Musikinspizientin Caroline Blanck.

Am 6. März ist sie zu Gast beim 89. Klönschnack der Volksbühne Bremen, einem Künstlergespräch, das die Volksbühne ihren Mitgliedern und interessierten Gästen seit vielen Jahren regelmäßig anbietet. Künstler und Mitarbeiter der Bremer Bühnen und Kultureinrichtungen berichten unter der Moderation  des 1. Vorsitzenden Holger Kohlmann und auf Nachfragen aus dem Publikum über ihren Werdegang, das tägliche Berufsleben und Anekdoten aus dem „Nähkästchen“.

An diesem Sonntagnachmittag erfahren die Besucher des Klönschnacks viel Interessantes über die Frau, die hinter der Bühne die Fäden in der Hand hält. Nach dem Abitur und  einem Germanistik- und Musikwissenschaften-Studium arbeitet sie als Regieassistentin, um dann anfangs vertretungsweise, später fest die Inspizienz für Opernproduktionen am Theater Bremen zu übernehmen.

Hinter der Bühne rechts hat sie ihren Arbeitsplatz, an dem sie ungesehen allabendlich bei Opernaufführungen (z.B. Zauberflöte, Rigoletto, Wozzeck u.a.) dafür sorgt, dass alles klappt: Klingelzeichen für die Saalöffnung und den Vorstellungsbeginn, Öffnen und Schließen des Vorhangs, per Knopfdruck die Signale für den Ton, die Beleuchtung geben, die Solisten- und Chorauftritte zum richtigen Zeitpunkt zu garantieren, die Verbeugungsrituale managen – und das alles anhand des Klavierauszuges der Oper und den Absprachen mit dem Regisseur der Aufführung, aus dem dann der genaue Ablaufplan entsteht.

Warum fordert eine „Wozzeck“-Aufführung mehr Einsatz als eine „Carmen“? Lieben Künstler eigentlich den Zwischenapplaus? Caroline Blanck beantwortet diese und noch viele weitere Fragen, gibt kleine Anekdoten zum Besten und die Zuschauer merken, wie sehr sie die Vielseitigkeit ihrer Arbeit schätzt. Als sie nach mehr als einer Stunde mit großem Beifall verabschiedet wird, haben die Zuhörer viel bisher Unbekanntes aus dem Theater und über die Arbeit einer Inspizientin erfahren und sind gespannt darauf, wer der Gast des nächsten Klönschnacks sein wird.  (H.K.)

10.3.2016

 

 

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Premiere 6.12.2015 im Theater am Goetheplatz:

María de Buenos Aires – Tango-Oper von Astor Piazzolla

Beim Lesen der Kritik zur Premiere von „María de Buenos Aires“ im „Weser-Kurier“ vom 8.12.2015 fragte ich mich, wie es sein kann, dass den Leserinnen und Lesern dieser Kritik suggeriert wird, das Ansehen der Oper lohne sich nicht: Zu leidenschaftslos, zu schlecht gesungen, zu religiös angehaucht, „nicht mehr als eine Fingerübung“.

Was nicht mit einem Wort erwähnt wird ist die Tatsache, dass es bereits während der Aufführung einige Male Zwischenapplaus gab und ich hatte nach dem Ende der Vorstellung den Eindruck, das Publikum atmete einmal tief durch, bevor ein unbeschreiblicher Jubel ausbrach. Es ist richtig, dass man darauf verzichten kann, den Text mitzulesen, aber den Tango muss man sowieso fühlen und nicht lesen. Lässt sich der Zuschauer auf die Musik und die Handlung ein, fühlt er instinktiv, was geschieht und wird vielleicht wie ich – eine absolute Nicht Tangotänzerin - emotional tief in die Handlung hineingezogen. Jeder Zuschauer, der sich im Vorfeld ein wenig mit der Oper beschäftigt hat, weiß um die Mystik der Handlung und verzichtet sehr schnell auf das Lesen des Textes.

Frau Bakker bringt die Figur der „María“ hervorragend auf die Bühne, ihre Ängste, ihre Verlorenheit, ihr Scheitern. Es ist sicherlich schwer, diese Rolle so intensiv zu verkörpern, wie Frau Bakker es macht. Auch wenn sie mit Patrick Zielke stimmlich nicht konkurrieren kann – Zielke ist schließlich ausgebildeter Opernsänger und Frau Bakker Schauspielerin – empfand ich sie als sehr authentisch und stimmlich absolut gut. Sie kam mir nicht atemlos vor und ich empfinde zudem eine Frechheit zu schreiben, ihr Gesang sei „dem musikalischen Genuss abträglich“. Kann es sein, dass die Kritikerin die Einzige ist, die das so sieht? Es scheint mir beinahe so, denn der Jubel für Frau Bakker war sehr groß! Absolut zu Recht!  Verdienter Jubel ebenfalls für einen Patrick Zielke, den ich so authentisch und intensiv noch nicht erlebt habe wie an diesem Abend! Benno Ifland ist der personifizierte „El Duende“, ein Glücksgriff für diese Rolle mit einer unglaublichen Präsenz auf der Bühne und macht das Trio der Hauptakteure komplett.

Ein großes Lob auch an die Bremer Tango-Tänzerinnen und Tänzer, die nicht nur super tanzten sondern auch spielten, an den Opernchor und natürlich an die hervorragenden Musiker. Dazu ein tolles Bühnenbild - eine Tangokneipe, in die die Musiker eingebettet sind und die teilweise auf zwei Ebenen bespielt wird. Nicht zu vergessen die Regie von Andreas Kriegenburg, der diese Oper mit einem tiefen Gefühl für die Personen und die Musik auf die Bühne bringt. Alles zusammen macht diese Tango Oper zu einem großen musikalischen und sehr emotionalen Abend.

Mein persönlicher Tipp: Unbedingt ansehen und sich eine eigene Meinung bilden!

Waltraut Linke

14.12.2015

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„Der Silberne Roland“  2013/14

Die 16. Verleihung des Publikumspreises der Volksbühne Bremen an

Gabriele Möller-Lukasz am 15.11.2014

 

Die Volksbühne Bremen e.V., Bremens größte Theaterbesucher- organisation, verleiht seit nunmehr 30 Jahren den „Silbernen Roland“ abwechselnd in den Bereichen Musik und Schauspiel in Bremen. Das Besondere an diesem Preis: Es ist ein Publikumspreis. Die Mitglieder der Volksbühne Bremen entscheiden über die Preisträgerin oder den Preisträger und obwohl es kein Preisgeld gibt, ist dieser Preis sehr hoch geschätzt.

In der Spielzeit 2013/14 hatten die Mitglieder der Volksbühne Bremen wieder einmal die Wahl. Es galt, unter den Ensemblemitgliedern des Schauspiels des Theater Bremen die beste Künstlerin oder den besten Künstler zu ermitteln. Das Besondere daran war, dass nur die Mitglieder des Ensembles zur Wahl standen, die bereits seit mindestens 10 Jahre zum Ensemble gehören. Diesen Schauspielerinnen und  Schauspielern verdanken die Theatergänger die Kontinuität, die es möglich macht, die Künstler über einen langen Zeitraum in ihren Rollen und Stücken wachsen zu sehen, wiederzuerkennen und zu lieben. Trotzdem ist es aber unbestritten, dass alle Mitglieder des Ensembles gemeinsam jeden Abend auf der Bühne alles geben, um dem Publikum wieder einmal einen unvergesslichen Theaterabend zu bereiten. Gerade das erlebte das Publikum am Samstagabend. Frau Möller-Lukasz, Frau Enzler, Herr Fasching, Herr Kindermann und Herr Maschek mussten an diesem Abend den fehlenden Musikerkollegen Einhorn ersetzten, was ihnen als Team bravurös gelang. Theater ist eben sehr viel mehr als Kino oder Fernsehen.

Die Wahl der Mitglieder der Volksbühne Bremen e.V. fiel auf Gabriele Möller-Lukasz, eine Schauspielerin, die bereits 1994 mit Klaus Pierwoß nach Bremen kam und in diesen 20 Jahren in wohl 100 Rollen verschiedenster Art zu sehen war. Ihre Vielseitigkeit, ihre Spielfreude und auch ihre Stimme begeistern das Publikum immer wieder. So auch am Samstag, 15.11.2014, als Frau Möller-Lukasz im Anschluss an die Vorstellung „Jetzt musst du springen“, einem Abend mit Liedern der Gruppe Element of Crime, im ausverkauften Kleinen Haus ausgezeichnet wurde.

Der 1. Vorsitzende der Volksbühne Bremen e.V., Holger Kohlmann, übergab die silberne Statue des Bremer Roland, der auch als ein Symbol für die Freiheit der Kunst angesehen werden muss, nach einer launigen Rede ohne Mikrofon an eine strahlende Gabriele Möller-Lukasz. Die ebenfalls kurzweilige Laudatio auf die Preisträgerin hielt Frank Schümann, Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit am Theater Bremen. Frau Möller-Lukasz bedankte sich mit einem Lied aus ihrem Programm beim Publikum. Ein sehr gelungener Abend, eine würdige Preisträgerin.   

 W. Linke

Die Bilder stellte uns freundlicherweise Frau Claudia Hoppens zur Verfügung.

Gabriele Möller-Lukasz / Holger Kohlmann

Gabriele Möller-Lukasz / Frank Schürmann

 

Mitgliederversammlung am 30.04.2014

 

Treue Mitglieder seit 65 Jahren!

Ehrung langjähriger Mitglieder der Volksbühne Bremen e.V. auf der Mitgliederversammlung

 

Am 30. April, eigentlich gut geeignet für einen Tanz in den Mai, ziehen etwa 50 Mitglieder der Volksbühne Bremen e.V., die größte Organisation für Kulturerlebnisse Bremens, die Teilnahme an der Mitgliederversammlung im Konferenzraum des Seniorenbüros am Breitenweg vor. Es werden Ehrungen vorgenommen, der Zweijahresbericht des 1. Vorsitzenden zur Kenntnis genommen und der Vorstand für die nächsten zwei Jahre bestätigt.

Angelika Eggers, Irmgard Eickhoff und Ruth Gaulke werden für ihre 65-jährige Mitgliedschaft bei der Volksbühne Bremen und ihre Theatertreue geehrt, ebenso Gertrud von Lührte und die Ehepaare Neuhaus und Schulze die seit 61, beziehungsweise seit 60 Jahren Mitglieder der Volksbühne Bremen sind. Mit herzlichen Worten bedankt sich der 1. Vorsitzende, Holger Kohlmann, mit Blumen und kleinen Präsenten bei ihnen. Geehrt und zum Ehrenmitglied ernannt wird Wolfgang Rostock, der nach 28 Jahren aus der aktiven Mitarbeit als Beisitzer im Vorstand ausscheidet.

Im Anschluss blickt Herr Kohlmann auf die beiden letzten Vereinsjahre mit Licht- und auch kleinen Schattenseiten zurück. Da der Verein finanziell gesund ist, wird der Vorstand entlastet und für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Einer ausscheidenden Revisorin sowie der neu gewonnenen wird gedankt und Petra Schünke als neue Beisitzerin im Vorstand beglückwünscht. Ebenso wird die Arbeit und die lobenswerte Betreuung der Mitglieder durch die in der Geschäftsstelle tätigen Waltraut Linke und Rositha van Zadel gewürdigt.

Im Rahmen des zweiten Teils des Abends, dem regelmäßigen Volksbühnen-Klönschnack, ist Carmen Emigholz, Staatsrätin für Kultur, der Ehrengast. Anstelle von Sängern, Schauspielern, Intendanten, Dramaturgen, Dirigenten und vielen anderen im Kulturbetrieb tätigen Künstlern erläutert Carmen Emigholz, die selbst gern Malerin geworden wäre, ihre beruflichen Aufgaben als Vertreterin des Senators für Kunst, Jens Börnsen, sowie ihren politischen Werdegang und ihre Ziele. Unterhaltsam schildert sie auch ihren persönlichen Weg und so manches anekdotische Erlebnis. Sie wird nach einer sehr ehrlichen und interessanten Stunde mit großem Beifall verabschiedet.

Die insgesamt etwa 1600 Mitglieder der Volksbühne Bremen freuen sich auf die neue Spielzeit, die ihnen exklusiv durch den Generalintendanten Michael Börgerding vorgestellt wird, sowie auf die vielen weiteren Angebote wie Konzerte, Theater- und Kunstreisen und interessante Gäste bei den Klönschnacks.

v.l.: Irmgard Eickhoff, Angelika Eggers, Holger Kohlmann, Ruth Gaulke, Itta Zander, Ehepaar Neuhaus, Gertrud von Lührte, Wolfgang Rostock, Ehepaar Schulze

Holger Kohlmann bedankt sich bei Carmen Emigholz